Der Begriff der Bestattungskultur unterliegt, so wie jeder Kulturbegriff, sehr starken Veränderungen. Veränderungen, die sich den gesellschaftlichen Bedürfnissen und Anschauungen anpassen. Die Bestattungskultur ist seit jeher stark religiös geprägt. Die Riten und Gebräuche, die sich um die Bestattung herum gebildet haben, stehen in allen zeitgenössischen und historischen Kulturen in engem Zusammenhang mit den Jenseitsvorstellungen der Gesellschaften.
Die Bestattungskultur in der Antike ist der Gradmesser für den
Entwicklungsstand der Zivilisation. Bereits Perikles hat erkannt:
"Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet".
Diese Einschätzung hat noch immer große Aktualität. Wenn uns
die teilweise pompösen Gebräuche der alten Römer oder Griechen,
oder die einzigartige Bestattungskultur im alten Ägypten heute
übertrieben oder gar verblendet vorkommen, so hatte damals
die Bestattung doch eine wichtige gesellschaftliche Funktion.
Die Feierlichkeiten dienten der Zusammenkunft, der gemeinschaftlichen
Trauer und letztendlich dem sozialen Zusammenhalt.
Die Trauernden wurden in einem sozialen Netz aufgefangen und
in ihrem Schmerz getröstet.
Der
Witwe oder dem Witwer wurde die Unterstützung der Gemeinschaft
demonstriert und dem Toten wurde in Ehren gedacht. Diese soziale
Funktion der Bestattung tritt in unserer Gesellschaft immer
mehr in den Hintergrund. Die Anzahl der anonymen
Bestattungen nimmt zu und die Gemeinschaft der Trauernden, die sich zu
einer Bestattung versammeln, beschränkt sich immer häufiger
auf den "kleinen Kreis".
Vielfach
wird heutzutage von einer Entsorgungsmentalität gesprochen.
Ein Begriff der sich mit der Würde des Verstorbenen wahrlich
nicht in Einklang bringen lässt. Diese fortschreitende Entwicklung
sollte alarmieren. Bestattungen Fraund/Amelung versucht einen
kleinen Teil zur Änderung dieser Entwicklung beizutragen.
Die Gestaltung der Trauerfeier, das Gespräch mit den Angehörigen
und die Unterstützung bei der Trauerbewältigung liegen uns
sehr am Herzen. Unsere Erfahrung zeigt uns, dass das bewusste
Trauern und die bewusste Auseinandersetzung mit der Bestattungszeremonie
von unschätzbarem Wert sind.